Social-DNA-Geschäftsführer Nemo Tronnier stellt nur noch Mitarbeitende ein, die KI souverän nutzen. Er sieht große Chancen, aber auch wachsenden Kundendruck: Reine Content-Erstellung gerät ins Hintertreffen. Der ChatGPT-Launch Ende 2022 markierte für ihn den Wendepunkt.
Steigender Output-Druck durch Kundenerwartungen
Tronnier berichtet, dass Kundinnen und Kunden heute deutlich mehr Output erwarten. Mit einem Team von 21 Personen sei das ohne KI-Tools kaum zu bewältigen. Der externe Druck nimmt zu, weil Unternehmen Inhalte zunehmend selbst erstellen können. KI wird zur Basis, um Tempo und Volumen in der Content-Produktion zu halten.
Strategische Orchestrierung statt reiner Produktion
„Alles, was nicht strategisch getrieben ist, wird früher oder später durch die KI ersetzt“, sagt Tronnier. Agenturen müssten daher die strategische Führung übernehmen und KI-Anwendungen integrieren und orchestrieren. Wer versteht, wie die Tools funktionieren, kann für Kundinnen und Kunden mehr Wert schaffen als durch reine Produktion.
Fokus bei Social DNA
Social DNA setzt intern wie extern stark auf KI. Für Neueinstellungen gilt: Wer KI grundsätzlich ablehnt, passt nicht zum Profil. Perspektivisch will die Agentur ihre Rolle in der strategischen Beratung und der Umsetzung mit passender Tool-Landschaft ausbauen. Wie das konkret aussieht und worauf bei der KI-Nutzung geachtet wird, erläutert Tronnier in der verlinkten Podcast-Episode.
Fazit
Der Fall Social DNA verdeutlicht einen breiten Branchentrend: KI verschiebt den Schwerpunkt vom Produzieren zum Planen, Steuern und Messen. Kundinnen und Kunden erwarten mehr Geschwindigkeit und Output; gleichzeitig sinken die Hürden, Inhalte eigenständig zu erstellen. Für Agenturen ohne klaren strategischen Schwerpunkt wird es daher schwieriger, sich zu differenzieren. Wer hingegen die Orchestrierung von KI-Tools übernimmt, Prozesse strukturiert und Verantwortlichkeiten klärt, erhöht den eigenen Wertbeitrag. Mittelständische Unternehmen profitieren von Partnern, die nicht nur Tools bedienen, sondern Geschäftsziel, Kanalstrategie und Content-Architektur zusammenführen. Das reduziert Streuverluste und hilft, konsistente Ergebnisse zu erzielen. Gleichzeitig erfordert der Wandel klare Leitplanken: Qualitätssicherung, Transparenz über KI-Einsatz und ein Verständnis für Datenflüsse werden zum Standard. Im Kontext von Digitalisierung und KI gilt: Kompetenzaufbau im Team und die Fähigkeit, Tool-Stacks pragmatisch zu kombinieren, entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit. Der Ausblick bleibt konstruktiv: Wer strategische Steuerung mit Technologieverständnis verbindet, kann Effizienz heben und zugleich Relevanz im Markt sichern.
Handlungsempfehlung
- Kompetenzcheck: Prüfen Sie intern KI-Fähigkeiten und verankern Sie KI-Kompetenz als Kriterium bei Neueinstellungen.
- Strategierolle stärken: Definieren Sie, welche Ziele KI unterstützen soll, und legen Sie Verantwortlichkeiten für die Orchestrierung von Tools fest.
- Pilotprojekte aufsetzen: Starten Sie mit klar umrissenen Use Cases (z. B. Content-Workflows) und messen Sie Output, Qualität und Zeitgewinn.
- Qualitätsleitlinien erstellen: Regeln für Prompting, Faktenprüfung und Freigaben festlegen, um konsistente Ergebnisse sicherzustellen.
- Agenturverträge prüfen: Leistungen auf strategische Beratung und KI-Integration ausrichten statt auf reine Content-Mengen.
Beitragsbild: Marvin Meyer / Unsplash