Kernfrage: Revolution oder Evolution? Die Marketingbranche steht vor der Entscheidung, ob die Optimierung für KI-Suchmaschinen (wie ChatGPT oder Gemini) eine völlig neue Strategie erfordert oder lediglich eine Ergänzung zur klassischen Suchmaschinenoptimierung (SEO) darstellt.
Zentrale Erkenntnisse und Marktentwicklungen:
Wachsender Traffic: Laut Daten von Semrush verzeichneten 20 große Einzelhändler (u. a. Best Buy, Etsy) während des Black-Friday-Wochenendes 2025 durchschnittlich 183.000 tägliche Besuche über LLMs. Dies ist zwar im Vergleich zur klassischen Suche noch gering, entspricht aber fast einer Verachtfachung gegenüber dem Vorjahr.
Investitionen der Industrie: Das Thema hat höchste Priorität bei CMOs. Unterstrichen wird die Bedeutung durch strategische Zukäufe, wie die 1,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Semrush durch Adobe.
Konträre Strategien:
Die „SEO-Konstanz“-Theorie: Einige Experten, wie der Unternehmer Benjamin Houy, argumentieren, dass KI-Modelle letztlich dieselben Signale belohnen wie Google: Autorität, Expertenstatus und Erwähnungen in angesehenen Publikationen. Spezielle Tools zur KI-Optimierung erwiesen sich in seinen Tests teilweise als redundant.
Die „SEO ist tot“-Theorie:
Startups im Bereich „Answer Engine Optimization“ (AEO) oder „Generative Engine Optimization“ (GEO) ziehen hohe Investitionssummen an. Sie gehen davon aus, dass KI-Suche grundlegend andere Taktiken erfordert als die herkömmliche Google-Suche.
Generationswechsel: Brian Stempeck (CEO von Evertune) weist auf eine massive Verhaltensänderung bei jüngeren Nutzern (Gen Z) hin, die Google kaum noch als primäre Anlaufstelle nutzen, sondern direkt auf KI-Tools oder soziale Plattformen wie TikTok ausweichen.
Fazit: Obwohl unklar ist, ob KI die traditionelle Suche komplett ersetzen wird, ist der Trend eindeutig. Die Branche investiert Milliarden in die Beantwortung der Frage, wie Marken in einer Welt sichtbar bleiben, in der Antworten direkt generiert statt nur verlinkt werden.
